Festpreis oder Tagessatz: welches Modell zu welchem Hallenprojekt passt

Beide Modelle sind sauber, sie verteilen nur das Schätzrisiko anders. Entscheidend ist nicht das Budget, sondern wie gut die Lage in Halle, Lager und ERP vorher bekannt ist.

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Ein Festpreis bindet die Vergütung an ein beschriebenes Ergebnis, der Tagessatz an geleistete Arbeitszeit. Welches Modell in Fertigung und Lager trägt, entscheidet nicht das Budget, sondern die Kenntnis der Lage: Solange niemand weiß, wie viele Sonderfälle am Wareneingang täglich vorkommen, ist ein fester Betrag eine gut verpackte Schätzung.

Festpreis und Zeitabrechnung: was jede Seite trägt

Der Unterschied liegt nicht im Betrag, sondern darin, wer die Fehleinschätzung bezahlt. Beim vereinbarten Preis für ein beschriebenes Ergebnis trägt sie der Auftragnehmer — er kann das nur, wenn er vorher sehen durfte, worauf er sich einlässt; andernfalls rechnet er einen Aufschlag ein, den der Betrieb mitbezahlt, ohne ihn je zu sehen. Bei Abrechnung nach Zeit bleibt die Fehleinschätzung beim Betrieb, dafür behält er nach jedem Abschnitt die Entscheidung in der Hand.

Von der Vertragsform ist das zunächst getrennt, im Alltag hängt es zusammen: Ein Preis für ein Ergebnis setzt einen Werkvertrag nach § 631 BGB mit prüfbarer Übergabe voraus, während offene Klärungsarbeit besser in einen Dienstvertrag nach § 611 BGB gehört.

Warum die Datenlage über das Modell entscheidet

In Betrieben mit Maschinen und Lager steckt das Unbekannte fast nie in der Programmierung. Es steckt in den Daten und in der Umgebung: wie viele Artikel doppelt angelegt sind, ob Chargen überhaupt durchgängig etikettiert werden, welche Felder das ERP für eine Rückmeldung verlangt, wie weit das Funknetz in die hinterste Regalreihe reicht, wie oft der angeblich seltene Sonderfall tatsächlich auftritt.

Diese Fragen beantwortet niemand am Konferenztisch. Sie beantwortet, wer eine Schicht mitgeht, eine Anlieferung begleitet und die Meldungen des vergangenen Monats ansieht. Genau deshalb ist der klärende Anfang die richtige Stelle für Zeitabrechnung — und alles danach die richtige Stelle für einen festen Preis.

Woran ein tragfähiger Festpreis zu erkennen ist

Ein belastbares Angebot erkennt man nicht am Betrag, sondern daran, was daneben steht:

  • Ein benannter Gegenstand. Nicht „Digitalisierung des Lagers“, sondern der Vorgang, das Gerät und der Ort.
  • Prüfsätze vor dem Start. Woran die Übergabe gemessen wird, steht im Angebot und nicht in einer späteren Mail.
  • Genannte Mengen. Erfassungen je Schicht, Positionen je Lieferung, Nutzer in der Spitze.
  • Benannte Ausnahmen. Fehlmenge, Teillieferung, fehlendes Etikett, nachgetragene Meldung — jede mit beschriebenem Verhalten.
  • Eine Abgrenzung. Was ausdrücklich nicht enthalten ist, ist so wichtig wie der Umfang selbst.
  • Ein Weg für Nachträge. Wer sagt, es werde keine geben, hat den Betrieb nicht gesehen.

Fehlt davon die Hälfte, ist der Preis nicht fest, sondern nur vorläufig ruhig. Die Grundlage dieser Punkte liefert die Leistungsbeschreibung als Vertragsanlage.

Abrechnung nach Aufwand: Obergrenze, Takt, Ausstieg

Zeitabrechnung ist nicht das Gegenteil von Verbindlichkeit, sie braucht nur andere Leitplanken. Drei genügen in der Praxis. Eine Obergrenze, bei deren Erreichen gemeinsam entschieden wird statt stillschweigend weitergearbeitet. Ein fester Takt mit kurzem schriftlichem Stand und der Liste des Gefundenen. Und ein benanntes Ergebnisdokument — Feldliste, Befundbericht, Messreihe aus der Anlage —, das auch dann vorliegt, wenn der Betrieb nach diesem Abschnitt nicht weitermacht.

Mit diesen drei Punkten ist der Abschnitt nach Zeit für den Betrieb ungefährlich: Er kann aussteigen, ohne mit leeren Händen dazustehen.

Was aus einem festen Preis doch noch Nachträge macht

  • Preis vor Befund. Wer einen Betrag nennt, bevor jemand die Halle gesehen hat, nennt eine Zahl ohne Deckung.
  • Stammdaten außen vor. Aufräumarbeiten an Artikeln und Einheiten gehören benannt, sonst tauchen sie mitten in der Umsetzung auf.
  • Ein Preis für alles. Klärung, Bau und spätere Anpassung in einem Betrag ergeben entweder einen dicken Aufschlag oder eine Rechnung ohne Ende.
  • Mitwirkung ungenannt. Testmandant, Zugang zur Anlage, Ansprechstelle in der Schicht: Fehlen sie, steht die Arbeit und der Aufwand steigt.
  • Anpassung vergessen. Ein neues Belegformat oder ein Update im ERP ist kein Mangel, sondern ein eigenes, klein beschriebenes Paket.

Unser Weg: erst die Schicht ansehen, dann den Preis nennen

Wir trennen die beiden Abschnitte. Die Klärung läuft nach Aufwand mit Obergrenze und endet in einer Liste aus Vorgängen, Feldern, Mengen und Ausnahmen. Was darin steht, beauftragt der Betrieb anschließend als beschriebenes Stück zum vereinbarten Preis, mit Prüfsätzen, die vorher im Angebot stehen, und mit Lieferung in Teilen. Wie daraus ein Ablauf zwischen Halle, Lager und Kontor wird, steht auf der Seite Prozessautomatisierung zwischen Fertigung, Lager und ERP.

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